Ereignisbericht lesen

    



 Aneurysma mit Hypertonus auf Normalstation ohne therapeutische InterventionRiskoeinschätzung
Bedeutung ⁄ Schweregradgefährlich ⁄ kritisch / negatives BeispielHäufigkeitmehrmals pro Jahr
Riskiko / Schwere: 4  ∼   Häufigkeit: 3
Rolle im EreignisArzt / Ärztin / aktivBerufserfahrungkeine Angabe
Patientenzustandstabil
Wichtige Begleitumstände
Fallbeschreibung

(Was, Warum, Kofaktoren, Maßnahmen, Verlauf, Epikrise)

Aufnahme eines √§lteren Patienten √ľber die interdisziplin√§re Notaufnahme mit √úbelkeit, W√ľrgereiz und Nahrungsverweigerung seit einigen Tagen. Zus√§tzlich bestand ein epigastrischer Schmerz mit allgemeiner Schw√§che. Anamnestisch waren internistische Vorerkrankungen, arterielle Hypertonie und ein Aneurysma mit Einschlu√ü der Nierenarterienabg√§nge bekannt. Vormedikation Calcium-Antagonist. Aufnahmebefund blande. EKG blande. Laborchemisch zeigte sich ein erh√∂hter Kreatininwert, eine Hypokali√§mie sowie ein H√§moglobinwert unterhalb der Norm. Nach Verlegung auf eine internistische Normalstation erfolgte am Abend desselben Tages der Anruf auf der operativen Intensivstation via Oberarzt mit der Bitte um √úbernahme. Eine telefonische R√ľcksprache mit der betreuenden Station ergab, dass der Patient aktuell hyperton war, diese Hypertonie jedoch aktuell behandelt werde. Aus Personalmangel seitens der Normalstation erfolgte die Bitte, ob nicht die Intensivstation den Patienten holen k√∂nne. Bei Eintreffen des an√§sthesiologischen Dienst-Oberarztes und des Stationsarztes zeigte sich folgendes Bild: Ein wacher, orientierter Patient ,der initiale durch die An√§sthesie gemessene Blutdruck war deutlich erh√∂ht, ohne eine begonnene Therpapie. √úberwachungsma√ünahmen wurden bisher keine durchgef√ľhrt. Ein Stationsarzt war ebenfalls nicht erreichbar. In einer peripheren Vene befand sich eine sehr kleine Kan√ľle ohne Infusion. Es erfolgte die sofortige Nitrolingualgabe sublingual. Im Verlauf wurde die Nitrogabe an die Hypertonie angepasst, dass ein maximaler systolischer Druck von 130mmHg eingehalten wurde. Zus√§tlich wurde der Patient mit einer weiteren peripheren Kan√ľle sowie einer Infusions-L√∂sung versorgt. Der Transport auf die Intensivstation gestaltete sich komplikationlos. Dort wurde dem Patienten eine arterielle Kan√ľle und ein mehrlumiger zentraler-venen-Katheter gelegt. Die Blutdrucktherapie wurde auf intraven√∂s √ľber Perfusor umgestellt. Hierunter konnten stabile Verh√§ltnisse bis zum folgenden Morgen, f√ľr den die operative Versorgung des Aneurysmas geplant war, erreicht werden. Operative Versorgung und Nachbeatmung mit Katecholaminpflicht postoperativ.Schlagwörter
Chirurgie
Krankenhaus
Patientenverletzung / Gefährdung
Koordination
Zuständigkeit
Was war besonders gut

(hat zur Abschwächung des Ereignisses oder zur Verhinderung geführt?)

Was war besonders ungünstig

(hat die Situation noch schlimmer gemacht)

Fehlende Überwachung eines größenprogredienten Aneurysmas, keinerlei therapeutische Intervention eines deutlichen Hypertonus.
Eigener Ratschlag Sensibilisierung f√ľr kritische Erkrankungen sowohl von √Ąrzten als auch Pflegekr√§ften. Kritische Hinterfragung von einzelnen Entscheidungen, um auf einer fr√ľhen/fr√ľheren Ebene solche Situationen verhindern zu k√∂nnen.
 Gedanken zur Analyse und zu Präventionsmöglichkeiten
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 Maßnahmen zum Fallbericht