Ereignisbericht lesen

    



 Gefahr bei Organisation der Entlassung ambulant operierter PatientenRiskoeinschätzung
Bedeutung ⁄ Schweregradpotentiell gefährlich / negatives BeispielHäufigkeitjede Woche
Riskiko / Schwere: 4  ∼   Häufigkeit: 4
Rolle im EreignisPflegekraft / passivBerufserfahrungkeine Angabe
PatientenzustandFrisch operierter Patient
Wichtige Begleitumstände
Fallbeschreibung

(Was, Warum, Kofaktoren, Maßnahmen, Verlauf, Epikrise)

Ambulante Patienten mĂŒssen vor ihrer Entlassung den AnĂ€sthesisten vorgestellt werden. Die stationĂ€ren Patienten erhalten die Visite nach Op am Bett/im Zimmer. Bei ambulanten Patienten wird ein Entlassungszeitpunkt mit dem ITS Personal vereinbart, und der Patient muß mit seinen Unterlagen ein paar Stockwerke tiefer, z.B. an 2 UnterarmstĂŒtzen zum Arzt laufen. Es besteht fĂŒr den Patienten die Gefahr eines Kreislaufkollapses daraus folgend Sturzgefahr. Es entstehen teilweise lange Wartezeiten fĂŒr den Patienten. Wer entscheidet ob der ambulante Patient sich zu dem Zeitpunkt zum Arzt bewegen kann? Die Schwester? Der Chirurg? Der Patient selbst?Schlagwörter
Ambulanzen / Funktionsbereiche
Patientenwechsel
Koordination
ZustÀndigkeit
Leitlinien / SOPs
Was war besonders gut

(hat zur Abschwächung des Ereignisses oder zur Verhinderung geführt?)

Was war besonders ungünstig

(hat die Situation noch schlimmer gemacht)

Eigener Ratschlag Warum erscheint der AnÀsthesist nicht selbst auf Station wie bei den stationÀren Patienten auch?
 Gedanken zur Analyse und zu Präventionsmöglichkeiten
Generell darf ein Patient nach ambulanter Operation fĂŒr 24 h nicht ohne Begleitperson zuhause sein - also eigentlich auch nicht auf dem Treppenweg zum "EntlassungsanĂ€sthesisten". Wichtig ist ein vereinbarter und festgelegter Standard zur Überwachung und Entlassung von ambulanten Patienten, der keinen Patienten "allein" durchs Haus gehen lĂ€sst Es gibt da nach dem aufsehenerregenden BGH-Urteil von 2003 eine Vielzahl von Kommentaren. Kernpunkt ist, dass es unmöglich sein und bleiben muss, dass ein Patient nach amb. OP sich allein aus dem Haus entfernt (trotz gegenteiliger Beteuerungen und Versicherungen), bevor er aus Sicht der entlassenden Ärzte "reisefertig" ist und an die ĂŒbernehmende Person ĂŒbergeben wurde. Es klingt immer ein bisschen statisch und rigide, das so zu machen, ist aber juristisch eindeutig. Ergo darf kein Patient ohne Begleitung irgendwo im Haus rumlaufen (zur Toilette, im Fahrstuhl). Und meist - je nach interdisziplinĂ€rem Vertrauensgrundsatz - checkt ja erst der AnĂ€sthesist auf "kognitive Gehfertigkeit" des Patienten.
Maßnahmen aufgrund des Fallberichtes:
Zur Vorstellung beim diensthabenden AnĂ€sthesisten vor der Wachstation soll der Patient mit seiner Begleitperson (möglichst von einer Schwester begleitet) erscheinen. Der AnĂ€sthesist kann sich auch vom Vorhandensein der Begleitperson ĂŒberzeugen und ggf. Hinweise geben bzw. Unsicherheiten in der Betreuung daheim ausrĂ€umen. Nur so ist eine ÜberprĂŒfung der EntlassfĂ€higkeit vollstĂ€ndig zu sichern. Die Akten werden nach der Entlassung durch den AnĂ€sthesisten entsprechend an der Wachstation hinterlegt.
 PaSIS-Analyse in einzelne Analyseeinheiten aufgegliedert
nur beschriebene Felder werden angezeigt
 Hauptkategorien
 · 2 Analyseeinheiten aus der Kategorie: Patient
 · 2 Analyseeinheiten aus der Kategorie: Organisation
 · 2 Analyseeinheiten aus der Kategorie: Aufgabe ⁄ Maßnahmen
 · 2 Analyseeinheiten aus der Kategorie: Kommunikation
Alle Kategorien
klinischer Zustand, Bedingungen · mentale, psychische Faktoren · organisationale Strukturen · Sicherheitskultur · Leitlinien, Prozeduren und Vereinbarungen · Entscheidungshilfen · verbale Kommunikation · geschriebene Kommunikation · Habe Zweifel und ĂŒberprĂŒfe genau (Double check, nie etwas annehmen) · Lenke Deine Aufmerksamkeit bewusst · Mobilisiere alle verfĂŒgbaren Ressourcen (Personen und Technik) · 
 Maßnahmen zum Fallbericht