Ereignisbericht lesen

    



 Polytrauma Riskoeinschätzung
Bedeutung ⁄ Schweregradgefährlich ⁄ kritisch / keine AngabeHäufigkeitjeden Monat
Riskiko / Schwere: 5  ∼   Häufigkeit: 3
Rolle im EreignisArzt / Ärztin / keine AngabeBerufserfahrungmehr als 5 Jahre
PatientenzustandVitalparameter stabil
Wichtige BegleitumständeAufgrund des Unfallmechanismus- als Polytrauma wegen Hochrasanztrauma vom Notarzt als Schockraum angemeldet.
Fallbeschreibung

(Was, Warum, Kofaktoren, Maßnahmen, Verlauf, Epikrise)

Aufnahme des Patienten GCS 15 , stabile Vitalparameter (RR,Puls,SaO2). Analgesie durch Notarzt mit Opiat wegen Schmerzen in den unteren Extremit√§ten und Schulterbereich. Untersuchung durch Chirurgen (Bodycheck) und Internisten (FAST), Monitoring durch An√§sthesist. Nachfolgend Diagnostik durch Chirurg angeordnet: konventionell R√∂ HWS, BWS, LWS, Becken und Schulter. Begleitung des Patienten durch An√§sthesist zum R√∂ntgen. Dort in Absprache mit MTRA Beginn mit R√∂ Becken, da f√ľr diese Ma√ünahme Analgesie durchgef√ľhrt wurde. R√∂-Befund durch An√§sthesist u. MTRA erhoben. Sofortiges Telefonat des An√§sthesisten mit Chirurg, bzgl. Stellungnahme. Chirurg bei R√∂-Diagnostik nicht anwesend, da von ihm ein weiterer Patient von diesem Unfall untersucht wurde. Aufgrund der vorliegenden Verletzung wurde daraufhin vom Chirurg ein Polytrauma-CT angeordnet. Beim CT war Chirurg mit anwesend, dabei erstmalig noch chirurgische Ober√§rzte anwesend. Weiterhin stabiler Patient. Nach CT erneut zum R√∂ntgen. Danach wieder in Schockraum, dort Versorgung einer Platzwunde . Anschlie√üende √úberwachung auf Intensivstation war organisiert. Hinweis des Chirurgen an den An√§sthesisten, den Patient weiter im Schockraum zu √ľberwachen, da die CT-Bilder noch rekonstruiert werden m√ľssten. Nach Latenz von >15 Minuten Info des Chirurgen, Patient solle jetzt in OP. Zwischenzeitlich Nachfrage vom OP, wo der Patient bliebe, Oberarzt h√§tte schon die anstehende operative Versorgung angemeldet. Schlagwörter
Anästhesie
Schockraum/Diagnostik (MRT, CT...)
Notfallmedizin
Interdisziplinär
Chirurgie
Krankenhaus
Schockraum/Notaufnahme
CCT/GKCT
Patientenverletzung / Gefährdung
Bildgebungen
Polytrauma
Spezielle Befunde, Patientenunterlagen
Organisationale Strukturen
Informationsfluss
Personalverteilung
Leitlinien / SOPs
Was war besonders gut

(hat zur Abschwächung des Ereignisses oder zur Verhinderung geführt?)

Polytrauma-Schockraumaufnahme war tags√ľber.
Ausreichende ärztliche Besetzung noch vorhanden.
Telefonisches Nachfragen beim Chirurgen durch Anästhesisten betr. chirurgischem Procedere, da keine zeitnahe Information erfolgt ist.
Nach der telefonischen Anfrage vom OP an den Schockraum, wo der Patient bleibe, zusätzliches Informieren des anästhesiologischen Oberarztes durch den betreuenden Anästhesist
Was war besonders ungünstig

(hat die Situation noch schlimmer gemacht)

Konventionelle Röntgendiagnostik, obwohl von langjährig erfahrenem Notarzt das Polytrauma(Hochrasanztrauma) angemeldet war.
Keine chirurgische Anordnung betreffend Reihenfolge des Röntgenauftrages.
Abwesenheit des chirurgischen Facharztes/Oberarztes bei der bildgebenden Diagnostik.
Keine zeitnahe Kommunikation zwischen dem betreuenden Anästhesisten und dem Chirurg bzgl. des Procedere (Aufklärung OP, Narkose).
Eigener Ratschlag Definition Polytrauma Indikationen f√ľr CT, bei Polytrauma Anwesenheit des chirurgischen Facharztes bei der Diagnostik .
Kommunikation An√§sthesist -Chirurg als erste Priorit√§t betreffend Information √ľber das Procedere. Kommunikation zwischen Vordergrund-Chirurg u. Hintergrund-Chirurg abstimmen.
 Gedanken zur Analyse und zu Präventionsmöglichkeiten
Die Versorgung von Patienten im Schockraum stellt alle Beteiligten immer wieder vor Herausforderungen. Unterschiedliche Fachdisziplinen arbeiten zeitgleich an einem Patienten. Eine gute Kommunikation und Teamarbeit ist in dieser Situation unabdingbar. Absprachen m√ľssen getroffen und eingehalten werden. In diesem Fall war die Kommunikation zwischen An√§sthesie und Chirurgie erschwert. Der zust√§ndige Chirurg hat sich zeitgleich um einen weiteren Patienten gek√ľmmert und war aus diesem Grund nicht immer anwesend. Um eine bestm√∂gliche Versorgung aller Patienten zu gew√§hrleisten sollte zeitnah weiteres Personal hinzugezogen werden. Dies geschieht oftmals nicht, da man nicht bemerkt, dass man sich in einem "Gedankentunnel" befindet. Die weitere Versorgung des Patienten war bis zuletzt nicht allen bekannt. Neben dem OP wartete ebenfalls die Intensivstation auf weitere Informationen. In diesem Fall war auch nicht ersichtlich, wer der Teamleader ist. Klare Strukturen und Vereinbarungen helfen eine bestm√∂gliche Versorgung eines Patienten zu erzielen und Wartezeiten zu verringern.
 PaSIS-Analyse in einzelne Analyseeinheiten aufgegliedert
nur beschriebene Felder werden angezeigt

CRM Konzept
Beachte und verwende alle vorhandenen Informationen
Der Notarzt hatte sich aufgrund des Unfallmechanismus entschlossen, den Patienten im Schockraum anzumelden. Die Informationen des Notarztes helfen dem Schockraumteam bei der weiteren Versorgung des Patienten. Um einem Informationsverlust vorzubeugen, m√ľssen alle Teammitglieder der √úbergabe zuh√∂ren. Die gilt nicht nur f√ľr das √§rztliche Personal. W√§hrend der √úbergabe sollen (wenn m√∂glich) keine Ma√ünahmen am Patienten durchgef√ľhrt werden.

CRM Konzept
Mobilisiere alle verf√ľgbaren Ressourcen (Personen und Technik)
Der zuständige Chirurg mußte während der Versorgung des Patienten zu einem weiteren Patienten. Sicherlich wäre es in dieser Situation hilfreich, weiteres Personal zu organisieren, damit eine Versorgung aller Patienten gewährleistet werden kann.

beitragender Faktor
klinischer Zustand, Bedingungen - (Patient)
Der Patient erlitt ein Hochrasanz-Trauma. Aktuell war er stabil. Auf Grund seiner Schmerzen war er analgetisch behandelt worden.
 Hauptkategorien
 · 1 Analyseeinheit aus der Kategorie: Patient
 · 2 Analyseeinheiten aus der Kategorie: Organisation
 · 1 Analyseeinheit aus der Kategorie: Aufgabe ⁄ Maßnahmen
 · 1 Analyseeinheit aus der Kategorie: Kommunikation
 · 1 Analyseeinheit aus der Kategorie: Arbeitsumgebung
 · 2 Analyseeinheiten aus der Kategorie: Team und soziale Faktoren
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Kenne Deine Arbeitsumgebung (Technik und Organisation) · Beachte und verwende alle vorhandenen Informationen · Mobilisiere alle verf√ľgbaren Ressourcen (Personen und Technik) · klinischer Zustand, Bedingungen · klinischer Zustand, Bedingungen · Priorit√§ten, Fokus, strategische Ausrichtung · Sicherheitskultur · Leitlinien, Prozeduren und Vereinbarungen · verbale Kommunikation · Arbeitsplatzgestaltung · F√ľhrung / Koordination · Teamkultur ·