Ereignisbericht lesen

    



 NadelstichverletzungRiskoeinschätzung
Bedeutung ⁄ SchweregradGefahr für Personal / negatives BeispielHäufigkeitweniger als ein mal pro Jahr
Riskiko / Schwere: 3  ∼   Häufigkeit: 2
Rolle im Ereigniskeine Angabe / keine AngabeBerufserfahrungmehr als 5 Jahre
PatientenzustandPDK Anlage zu intraabdominellem Eingriff
Wichtige BegleitumständeWie so h├Ąufig Zeitdruck bei Narkoseeinleitung
Fallbeschreibung

(Was, Warum, Kofaktoren, Maßnahmen, Verlauf, Epikrise)

"Zur postop. Analgesie wurde pr├Ąop. in der Narkosevorbereitung ein thorakaler PDK gelegt. Der PDK wurde nach problemloser Anlage nur noch ""schnell"" - anstatt mit einem Nadelhalter - mit den Fingern angen├Ąht. Dabei kam es einer tiefen Stichverletzung am Zeigefinger des Ann├Ąhenden."Schlagwörter
An├Ąsthesie
Einleitung
R├╝ckenmarknah
Was war besonders gut

(hat zur Abschwächung des Ereignisses oder zur Verhinderung geführt?)

nichts
Was war besonders ungünstig

(hat die Situation noch schlimmer gemacht)

"Zeitmangel
Eigener Ratschlag gef├Ąhrliche Nahttechnik mit den Fingern
 Gedanken zur Analyse und zu Präventionsmöglichkeiten
Zeitdruck spielt in den Abl├Ąufen im Krankenhaus offenbar eine immer weiter zunehmende Rolle. Andererseits arbeiten i der Medizin Menschen mit und an anderen Menschen, so dass dem Zeit- und Produktivit├Ątsdruck quasi nat├╝rliche Grenzen gesetzt sind. So banal es klingt und so "utopisch" es im Kliniksalltag sein muss: Hier muss eine strategische Ausrichtung der Institution im Kleinen wie im Gro├čen gefunden werden. Zeitdruck darf nicht dazu f├╝hren, dass irgendwelche Ma├čnahmen am Patienten - und seien sie noch so ""leicht"" - ├╝bereilt, unsorgf├Ąltig, unvorsichtig oder gar fahrl├Ąssig durchgef├╝hrt werden. Es geht um den Schutz sowohl des Patienten als auch aller Mitarbeitenden im Medizinalltag. Jeder Mitarbeiter muss dem Grundsatz vertrauen k├Ânnen, dass Sorgfalt und Vorsicht nicht geringgesch├Ątzt oder sanktioniert werden, wenn sie zu Verz├Âgerungen f├╝hren. In anderen Hochsicherheitsbereichen (z.B. Luftfahrt) ist es allgemein akzeptiert (und auch intern ver├Âffentlicht!), dass der Sicherheit immer eine h├Âhere Priorit├Ąt einger├Ąumt wird als Zeittreue und ├ľkonomie - und "Zeit ist Geld" spielt ja auch in diesen Bereichen eine wichtige Rolle! Im Krankenhaus sind daher die Leitungen der Institutionen aufgefordert, einen solchen Kodex zu vereinbaren. Dazu geh├Ârt der Leitsatz, dass elektive Ma├čnahmen am Patienten nicht unter Zeitdruck durchgef├╝hrt werden d├╝rfen. Oft werden im Alltag ja Dinge beschleunigt, weil z.B. der Patient nicht rechtzeitig in den OP bestellt wurde, weil die Operation schneller zuende ging als gedacht, weil der aufsichtf├╝hrende Oberarzt nicht schnell genug verf├╝gbar war. Wenn hier z.B. das OP-Management, die Stationen und die Ans├Ąthesie die Planungsmodalit├Ąten nach M├Âglichkeiten zur Verbesserung ├╝berpr├╝fen w├╝rde, lie├čen sich Zeitverz├Âgerungen vielleicht schon auf der Vorfeldebene vermeiden. Es geht ja auch um allt├Ągliche Probleme wie Patientenidentifikation, Fixierung gegen Sturz vom OP-Tisch, Patiententransport etc. - dies sind unter Zeitdruck und ""mal eben schnell""-Machen besonders gfef├Ąhrliche, systematische Fehlerquellen! F├╝r bestimmte Prozeduren sollten Vereinbarungen erstellt oder immer wieder aufgefrischt werden, die auch der Sicherheit der Mitarbeiter dienen: KEINE elektive Ma├čnahme darf derart unter Zeitdruck leiden, dass akzeptierte Sicherheitsstandards verlessen werden. KEINE Nadel darf zum Ann├Ąhen - Qualifikation sollte keine Rolle spielen! - ohne Nadelhalter gef├╝hrt werden, auch nicht, wenn man sich davon einen Zeitgewinn verspricht (der ja ohne weiteres auch nicht augenf├Ąllig scheint). Nicht zuletzt ist auch der Patient ein beeinflussender Faktor f├╝r Auftreten oder Schwere eines Zwischenfalls - man denke an Infektionskrankheiten oder pl├Âtzliche Abwehrbewegungen... Wenn Ma├čnahmen ausnahmsweise / absehbar keine (weitere) Zeitverz├Âgerung dulden, sollte im Konsens entschieden werden, wer diese Ma├čnahme sinnvoll und am z├╝gigsten durchf├╝hren kann (der ""Unerfahrene"" tr├Ągt vermutlich keinen Lerneffekt heim, wenn er einen seiner ersten ZVKs ""mit dem hei├čen Atem des Oberarztes oder der Chirurgen im Nacken"" legt. Wichtig erschient ferner eine fl├Ąchendeckende Verbreitung und Akzeptanz dieses Kodex: Es sollte nicht von der individuellen Pers├Ânlichkeit, Erfahrung, hierarchischen Stellung oder Sozialkompetenz abh├Ąngig sein, ob man sich ""selbstbewusst"" auf Sicherheitsstandards beruft und mit entsprechendem ""Standing"" eine solche Position verteidigen muss. Es braucht hier Teamunterst├╝tzung - vor allem eine gleichm├Ą├čige Akzeptanz dieses Standards und einen Zusammenhalt bei der Umsetzung. Zusammenfassung der Ma├čnahmenempfehlungen: 1. Einsetzen einer Arbeitsgruppe der im OP beteiligten Gruppen, Erstellen eines schriftlichen Sicherheitsstandards (alle Ma├čnahmenn nach Sicherheitsstandards ausf├╝hren), erg├Ąnzt vielleicht um einen Planungsstandard, der das Bestellen, Bringen, Einschleusen und Abholen der Patienten ├╝bersichtlich regelt (eigentlich auch die obene genannten Probleme wie Patientenidentifikation etc.). 2. Dieser Standard sollte von den Leitungen der beteiligten Disziplinen unterschrieben und zug├Ąnglich ausgeh├Ąngt werden, damit sich alle als ""Entscheidungshilfe"" darauf berufen kann. 3. Es sollte vereinbart werden, das ausgew├Ąhlte (aber eben nicht alle!) Prozeduren, die absehbar aus "akzeptierten" Gr├╝nden schnell gehen m├╝ssen, in solchen F├Ąllen vom jeweils Erfahrenen gemacht werden sollen - dies sollte f├╝r Chirurgie, OP-Assistenz, Lagerung und An├Ąsthesie gleicherma├čen gelten.

Ma├čnahmen:
Wir haben nun kosteng├╝nstige Einmalnadelhalter eingef├╝hrt mit denen alle Annahten ( PDK; ZVK etc..)durchgef├╝hrt werden sollen.
Zunehmender Zeitdruck bei Einleitungen ist nach wie vor schwer zu messen. Die Tendenz geht aber zu ├╝berlappenden Einleitungen (├ťbernahme der laufenden OP und Ausleitung durch freien Mitarbeiter) bei dem Katheter mit mehr Ruhe eingelegt werden k├Ânnen.
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