Ereignisbericht lesen

    



 Ausfall Absaugeinheit w√§hrend Intubationsversuch bei massiv blutigem PharynxRiskoeinschätzung
Bedeutung ⁄ Schweregradgefährlich ⁄ kritisch / negatives BeispielHäufigkeitnur dieses mal
Riskiko / Schwere: 4  ∼   Häufigkeit: 1
Rolle im EreignisArzt / Ärztin / keine AngabeBerufserfahrungmehr als 5 Jahre
PatientenzustandPatient nach massiver Gesichtsverletzung (Wange, Zähne, Zunge) mit massiv blutigem Pharynx;Patient im Schock
Wichtige BegleitumständeNachforderung des NA-Hubschraubers durch den vor Ort befindlichen NAW (noch kein Intubationsversuch aus Respekt vor den zu erwartenden Schwierigkeiten). In der N√§he befindet sich ein Allgemeinmediziner.
Fallbeschreibung

(Was, Warum, Kofaktoren, Maßnahmen, Verlauf, Epikrise)

Patient nach massiver Gesichtsverletzung (Wange, Z√§hne, Zunge) mit massiv blutigem Pharynx; Patient im Schock, unf√§hig zu Sprechen (Zungenverletzung), behinderte, jedoch suffiziente Spontanatmung (Blut), SpO2> 98%. Patient liegt in Seitenlage, Blut wird vom anwesenden NA permanent mit elektrischer Absaugeinheit aus dem Mund abgesaugt (ca. 3/4 Liter Blut im Saugerbeh√§lter) --> aufgrund der vorliegenden Gesamtsituation (schockierter Patient, lange Transortzeit in die Zielklinik, keine M√∂glichkeit, die Blutungsquelle ohne Tubus zu tamponieren, Gefahr der Blutaspiration,...) Entscheidung zur Narkoseeinleitung und Intubation --> da eine Absaugeinheit vorhanden ist und l√§uft, wird die vorhandene Absaugm√∂glichkeit gedanklich abgehakt --> Narkoseeinleitung --> Sistieren der Eigenatmung --> genau w√§hrend der Laryngoskopie h√∂rt die Pumpe der Absaugeinheit pl√∂tzlich auf zu arbeiten...--> Anweisung schnell die eigene Absaugeinheit zu holen (ebenso l√§uft der Allgemeinmediziner in die Praxis um seine Absaugeinheit zu holen) --> in der Zwischenzeit frustraner Versuch einer Beutel-Masken-Beatmung (Maske ist jedoch aufgrund der penetrierenden Wangenverletzung nicht dicht zu kriegen) --> Als die Absaugeinheit aus dem Hubschrauber verf√ľgbar ist, wird sofort abgesaugt und die endotracheale Intubation gelingt zum Gl√ľck sofort...die SO2 ist inzwischen auf <80% abgefallen --> Mittels Beatmungsbeutel l√§√üt sich der Patient unmittelbar wieder auf SO2> 97% aufs√§ttigen. Schlagwörter
Anästhesie
Rettungsdienst
Boden
Luft
Intubation
Kopf
Blutung
Sonstige Geräte
Absaugung
Lagerung med. Equipment
Was war besonders gut

(hat zur Abschwächung des Ereignisses oder zur Verhinderung geführt?)

Die eigene Absaugeinheit wurde relativ schnell zur Verf√ľgung gestellt .
Was war besonders ungünstig

(hat die Situation noch schlimmer gemacht)

1)Der mangelnde Einfall, bei einem Intubationsvorhaben in o. g. Situation eine zweite, funktionierende Absaugeinheit vor der Narkoseeinleitung zur Verf√ľgung zu haben. 2) Nicht an die im NA-Rucksack befindliche Absaugeinheit zu denken (wird jeden Dienst gecheckt, wurde jedoch vom betreffenden NA noch nie verwendet. 3) Es wurde kein Versuch unternommen, den vollen Absaugbeh√§lter schnell auszuleeren
Eigener Ratschlag Keine Narkoseeinleitung, bevor eine zweite, funktionierende Absaugeinheit vor Ort ist bzw. die mechanische Absaugeinheit aus dem Rucksack bereitlegen, auch um sich diese ins Gedächtnis zu rufen!
 Gedanken zur Analyse und zu Präventionsmöglichkeiten
 PaSIS-Analyse in einzelne Analyseeinheiten aufgegliedert
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CRM Konzept
Antizipiere und plane voraus
Vor einem Notfalleingriff sollten alle Materialien bereitgelegt und wenn irgend möglich zu zweit gecheckt werden. Auch hier gilt: 4 Augen sehen mehr als 2.

CRM Konzept
Mobilisiere alle verf√ľgbaren Ressourcen (Personen und Technik)
Vor einer Intubation sollte das Eqiupment gecheckt werden, was auch den F√ľllstand der aktuellen Absaugung beinhaltet.
 Hauptkategorien
 · 1 Analyseeinheit aus der Kategorie: Patient
 · 1 Analyseeinheit aus der Kategorie: Aufgabe ⁄ Maßnahmen
 · 1 Analyseeinheit aus der Kategorie: Ausrüstung ⁄ Geräte ⁄ Material
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